Leiden

“Es tut mir Leid, Tier, denn sie mögen Dich so sehr, sie wollen alles von Dir und am liebsten noch mehr.
Deine Haut ist ihre Kleidung, Dein Fleisch ist ihr Essen, Dein Geist ist vergessen.
Bei dem Versuch das Recht auf Leben in Gesetze zu verpacken, haben sie bei Dir, Tier, einige Sätze weg gelassen.
Deine Schreie zu erhören wurde leider verpasst.
Weil Du für Menschen keine verständliche Stimme hast, erhebe ich meine für Dich.
Ihr erinnert Euch (nicht) – Du sollst nicht töten, denn Du kriegst, was Du gibst, bist, was Du isst, weisst, was das heisst. Alles kommt zurück – Alles kommt zurück.

Es tut mir Leid Natur, denn Deine Erben erheben sich gegen Dich und erledigen Dich.
Du warst vollkommen in Vielfalt, mit allem im Einklang, bis der Mensch mit Gewalt in Dich Eindrang.
All Deine Schätze die am Anfang allen gut vertraut, sie wichen Plätzen die auf Tränen und Blut gebaut.
Und dennoch liegt etwas heiliges in deiner Luft, an besonderen Plätzen, ein besonderer Duft, der mir sagt, dass jeder Weg so wichtig ist, wie jeder Fluss. Und jeder Baum, jeder Berg dort steht wo er muss.
Sie handeln wider ihren Sinnen, als wären sie blind, wenn ihre Ziele nicht im Einklang mit den Deinen sind.

Und selbst um dich, Mensch, tut es mir Leid. Denn Du quälst Dich selbst die meiste Zeit, im Krieg mit deinem Ego stehst Du neben Dir, ewig die Frage verdrängend: Weswegen leben wir? Du findest keinen Frieden hier, wirst zum seelenlosen Wanderer. Und Dein Lebenskampf geht auf die Kosten anderer.

Verfolg in Liebe all die Ziele, die Du gut nennst, doch gehe nie gegen Dein eigenes Blut, Mensch.

Denn Du irrst wenn Du denkst, hier steht jeder für sich.
Was gegen uns geht, geht gegen Dich.
An jedem Start ist eine Ziellinie.
Und wir sind alle gleich weit.
Und aus einer Familie.
Um die Tests dieser Zeit zu bestehen und um weiter zu gehen, muss hier jeder sein Ego in Demut zurücknehmen.”

Aus “Gebet an den Planet”, von Thomas D.

AmadeusReflektion19.02.2011