Kümmern

Eigentlich unabhängig davon, wie nahe oder wichtig mir Mitwesen erscheinen, ist deren Wohlbefinden für mich oft “wichtiger”, als mein eigenes. Nicht selten passiert es mir deswegen, dass ich mich unterschwellig ärgere, nicht auch einfach einmal alleine sein zu können – ohne mich ständig um alle anderen kümmern “zu müssen”. Wobei mir der permanent mitschwingende Wunsch, mehr Zeit für meine eigenen Vorhaben aufbringen zu können, als egoistisch, fast schon beschämend auffällt – wenn vielleicht auch nur unterschwellig.
Fast scheint es mir, als wäre ein signifikanter Anteil meines Bewusstseins für meine Mitwelt “reserviert”.
Und mitunter gehört das Ergebnis dieser Ressourcenaufteilung zum Schönen meines Lebens. Ich bin glücklich, wenn das, womit ich mich verbunden fühle und was mich umgibt, “glücklich” ist. Wenn alles überhaupt einen Sinn hat, dann für mich jenen, das alle glücklich sein können – oder sollen.
Und dennoch ergeht es mir nicht selten so, dass meine Ressourcen auf Grund laufen und das, was mich zuvor noch “erfüllte”, mich sprichwörtlich zu zerstören beginnt.

AmadeusKanal21.08.2015